Forschungsgruppe Neuropsychologie


Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg

Forschungsgruppe Neuropsychologie

Der aktuelle Forschungsschwerpunkt der Sektion Neuropsychologie ist an der Schnittstelle zwischen klinisch-neuropsychologischer, anwendungsorientierter Forschung und grundlagenwissenschaftlichen Untersuchungen menschlichen Verhaltens angesiedelt. Speziell fokussieren wir auf die systematische Analyse direkter neurofunktioneller Modulation der Reaktivität des menschlichen Gehirns mittels nicht-invasiver Hirnstimulationsmethoden (transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS), transkranielle Wechselstromstimulation (tACS), transkutane Vagusnervstimulation (taVNS)), sowie auf die neuropsychologische Untersuchung kognitiver Auswirkungen der Tiefen Hirnstimulation (THS) zur Behandlung neurologisch-neurodegenerativer Erkrankungen. Das methodische Forschungsrepertoire der AG Neuropsychologie beinhaltet dabei sowohl verhaltensbasierte psychophysische Untersuchungsmethoden, als auch hämodynamisch (fMRT) und elektro-/magnetophysiologisch (EEG, MEG) basierte moderne bildgebende Verfahren. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in der systematischen methodischen Weiterentwicklung nicht-invasiver Hirnstimulationsverfahren, deren Kombination mit elektrophysiologischen (EEG/MEG) Verfahren sowie der Untersuchung der kognitiv-neurowissenschaftlichen sowie klinischen Anwendung.

Team

  • Arbeitsgruppenleiter

    tino.zaehle@ovgu.de

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Ich untersuche Effekte der transkraniellen Elektrostimulation und der transkutanen Vagusnervstimulation auf die akustische Verarbeitung. Mein Forschungsschwerpunkt liegt dabei in der Anwendung von TES bei Kindern und Jugendlichen mit Dyslexie (Lese-Rechtschreibstörung).

    katharina.rufener@med.ovgu.de

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Mein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung und Evaluierung von transkranieller Elektrostimulation zur Beeinflussung von Wahrnehmung sowie dysfunktionaler Hirnaktivität.

    philipp.ruhnau@med.ovgu.de

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Ich erforsche elektrophysiologische Parameter zur objektiven Messung von Erschöpfung (Fatigue) bei gesunden Erwachsenen sowie Patienten mit Multipler Sklerose. Dazu untersuche ich die Wirksamkeit transkranieller Gleichstromstimulation in der Fatigue-Behandlung bei Patienten mit Multipler Sklerose.

    stefanie.linnhoff@med.ovgu.de

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    In meiner Forschung interessiere ich mich für den Einfluss des Facial Feedbacks auf die Verarbeitung von emotionalen Gesichtern. Dabei untersuche ich die Auswirkungen einer Facial Feedback Manipulation sowohl bei gesunden Probanden, als auch bei Parkinson Patienten.

    maria.kuehne@med.ovgu.de

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Ich erforsche das Potential der „Temporal Interference“-Elektrostimulation für die Modulierung der Aktivität tiefer Hirnregionen. Mein Schwerpunkt liegt dabei bei den motorischen Arealen.

    carsten.thiele@med.ovgu.de

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Ich untersuche Effekte der transkutanen Vagusnerv-Stimulation (tVNS) auf zentrale neuronale Prozesse bei gesunden Erwachsenen. Von besonderem Interesse ist dabei die Suche nach einem Biomarker für die Effektivität von tVNS.

    christian.wienke@med.ovgu.de

  • Stipendiat

    Ich forsche zur Auswirkung von Tiefer Hirnstimulation auf die menschliche Kognition. Dazu analysiere ich intrakranielle lokale Feldpotentiale und EEG-Signale.

    stefan.repplinger@med.ovgu.de

Alumni

Forschung

Die Forschungsarbeit der Sektion Neuropsychologie lässt sich in folgende Bereiche unterteilen:

Auditorische transkranielle Elektrostimulation

Im Rahmen eines von der DFG (SFB-TRR31, Förderperiode TPA9, 2009 – 2017, DFG- Sachmittel, Förderperiode 2018 – 2022) und dem CBBS Magdeburg (CBBS Science-Campus 2018-2020, CBBS LSA-Fellow 2020-2022) geförderten Projektes untersuchen wir die Möglichkeiten der systematischen Modulation der individuellen neuronalen Reaktivität und der damit einhergehenden auditorischen Wahrnehmung (Zaehle et al., 2010; Heimrath et al., 2016, 2020; Rufener et al., 2017, 2020a,b; Ruhnau et al., 2020). Darüber hinaus analysieren wir die Möglichkeiten der Modulation der menschlichen auditorischen Wahrnehmung durch transkranielle Elektrostimulationsmethoden (TES) zur potentiellen Behandlung neuropsychiatrischer Entwicklungsstörungen. Wir konnten in diesem Projekt bisher zeigen, dass TES die neuronale Erregbarkeit des auditorischen Kortex und in der Konsequenz, akustische Wahrnehmungsprozesse direkt beeinflussen kann. Daher untersuchen wir aktuell gezielt die individuellen Parameter einer optimierten auditorischen TES an gesunden Probanden sowie das Potential der TES als therapeutisches Instrument für die begleitende Behandlung bei Dyslexie (Rufener et al., 2019, 2021).

Klinisches Potential der transkraniellen Elektrostimulation

Neben der Anwendung der TES bei Dyslexie, untersuchen wir das therapeutische Potential der TES zur Verbesserung der Aufmerksamkeitsleistungen bei Patienten die an einer ADHS leiden (Breitling et al., 2016, 2019, 2021), sowie im Rahmen der symptomatischen Fatigue Behandlung bei Patienten mit Multipler Sklerose (Fiene et al., 2018, Linnhoff et al., 2019). In einem durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung gefördertes Projekt (Förderperiode 2018 – 2021) untersuchen wir aktuell die klinische Anwendung einer repetitiven TES zur Behandlung des Fatigue-Syndroms bei Multipler Sklerose.

Neurophysiologische Grundlagen der transkraniellen aurikulären Vagusnervstimulation

Im Rahmen eines durch die Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Verbundprojektes (CBBS-NeuroNetwork, Förderperiode 2019 – 2022) untersuchen wir die neurophysiologischen Grundlagen und den potentiellen therapeutischen Einsatz der transkutane Vagusnervstimulation (taVNS) (Rufener et al., 2018; Keute et al., 2018a,b, 2019a,b,c).

Physiologische und kognitive Auswirkungen der Tiefen Hirnstimulation

Im Rahmen eines durch die DFG (SFB-779, TPA02, Förderperiode 2012 – 2019), sowie durch den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESF) im Programm “Sachsen-Anhalt WISSENSCHAFT Internationalisierung” (ABINEP 2018 - 2022) geförderten Projekt gehen wir gezielt der Frage nach, welche Auswirkungen die Tiefe Hirnstimulation (THS) des Nucleus accumbens (Nacc) und des Nucleus subthalamicus (STN) bei der Behandlung von Zwangs- und Suchterkrankungen, sowie die THS des STN bei der Behandlung der Parkinson Erkrankung auf Prozesse der Handlungssteuerung und Belohnungsverarbeitung hat. Im Rahmen dieses Projektes werden sowohl elektrophysiologische Signale direkt von den stimulierten subkortikalen Strukturen im Menschen (Zaehle et al., 2013; Dürschmid et al., 2015; Sweeney-Reed et al., 2014, 2015; Staudigl et al., 2012; Bauch et al., 2018), als auch die Auswirkungen einer chronischen THS auf das emotionale (Wagenbreth et al., 2016, 2019) und kognitive Verhalten der Patienten (Wagenbreth et al., 2015; Fischer et al., 2015; Zaehle et al., 2017, Panther et al., 2019) analysiert.

Closed-loop TES

Daneben steht die Untersuchung der Grundlagen und Auswirkungen, sowie die methodische Weiterentwicklung der TES des menschlichen Kortex im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit der Sektion Neuropsychologie. Dabei konzentrieren wir uns auf die methodische Evaluation der Anwendung und die damit untrennbar verbundene Individualisierung der Stimulationsparameter sowie die individualisierte Echtzeitkontrolle durch neuronale Feedback Systeme (closed-loop).

Publikationen

Presse

"Stromreize gegen Schulschwächen" ♦ Zeitungsartikel erschienen am 11.06.2016, Magdeburger Volksstimme

"Den Buchstabensalat im Kopf entwirren" ♦ Artikel erschienen am 06.06.2017, Horizonte Nr. 113, Schweizerischer Nationalfonds - Akademien Schweiz

"Hertie-Stiftung fördert nicht-medikamentöse MS-Therapie" ♦ Online-Artikel erschienen am 23.04.2018, pharmaRelations

Abschlussarbeiten

Wir bieten als Forschungsgruppe fortlaufend die Möglichkeit für Studierende der Psychologie, Neurowissenschaften, Biosystemtechnik, Philosophie-Neurowissenschaften-Kognition und Medizin (sowie verwandter Fächer) Bachelor-, Master- als auch Medizinische Doktorarbeiten zu schreiben.

Studienteilnahme

Akustische und visuelle Wahrnehmung bei LRS

Aktuell führen wir Studien zur akustischen und visuellen Wahrnehmung durch, für die wir gesunde Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Alter von 18 – 35 Jahren suchen.

Zudem führen wir klinische Studien zu Morbus Parkinson und Multipler Sklerose (MS) durch, für die wir Betroffene suchen, die unsere Forschung mit ihrer Teilnahme unterstützen möchten.

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Magdeburg untersuchen wir, ob die Wirkung eines gängigen orthographiebasierten Trainings bei Lese-Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie, Dyslexie) mittels schwacher elektrischer Impulse zusätzlich verbessert werden kann. Für diese Studie suchen wir Mädchen und Jungen im Alter von 8 – 18 Jahren mit einer Lese-Rechtschreibstörung.

Bei Interesse zur Teilnahme an unseren Studien, freuen wir uns über ein Mail an folgende Email-Adresse:

forschungsgruppe-neuropsychologie@ovgu.de

Chronische Erschöpfung bei Multipler Sklerose

Patienten/-innen mit Multiple Sklerose gesucht!

Liebe Patientin, lieber Patient,

im Rahmen unserer Forschung untersuchen erschöpfungs-bedingte Veränderungen sowie mögliche Therapiemaßnahmen zur Behandlung chronischer Erschöpfung bei Multipler Sklerose. Hierfür führen wir zurzeit drei verschiedene Studien durch, die sich in der Art der angewandten Methoden, Anzahl der Testtermine und Höhe der Aufwandsentschädigung unterscheiden.

Bei der Fatigue-Symptomatik handelt es sich um ein sehr häufiges Symptom der Multiplen Sklerose. Dabei besteht ein dauerhafter Antriebs- und Energiemangel, der sich sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken kann. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass von außen zugeführte (nicht-invasive) Elektrostimulation die Fatigue-Symptomatik bei Multipler Sklerose subjektiv als auch objektiv verbessern kann.

Die transkranielle Elektrostimulation ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem Elektroden von außen auf die Kopfoberfläche gelegt werden um einen schwachen Strom zu applizieren wird. Die Methode ist absolut schmerzfrei und ungefährlich.

Teilnahmevoraussetzungen:

  • keine neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen neben der Multiplen Sklerose
  • keine Einnahme von Antidepressiva oder Neuroleptika
  • kein Schub oder Kortisoneinnahme in den letzten 3 Monaten.

Was erhalten Sie für Ihre Teilnahme:

  • als Dankeschön erhalten Sie je nach Studie eine Aufwandsentschädigung zwischen 30 bis 160 €
  • Sie unterstützen unsere wissenschaftliche Forschung auf höchstem Niveau und erfahren mehr über die Entstehung und Wirkung von chronischer Erschöpfung bei Multipler Sklerose
  • Sie ehalten zudem eine umfangreiche Darstellung Ihrer in der Studie gesammelten Daten

Bei Interesse melden Sie sich bitte per E-Mail an stefanie.linnhoff@med.ovgu.de oder rufen Sie uns an unter 0391-6721683.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht und beantworten Ihnen gern weitere Fragen.

Kontakt

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Universitätsklinik für Neurologie
Sektion Neuropsychologie
Haus 60b
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg